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Internetliebe
Gefühle oft geheuchelt |
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Überraschende Internetliebe
An einem warmen Augustabend setzte ich mich an den PC und loggte mich in das Chatprogramm ein. Ich suchte nichts Bestimmtes, wollte mich nur nett unterhalten, denn mit Internetbekanntschaften hatte ich nur schlechte Erfahrungen gemacht. Nach einiger Zeit merkte ich, da ich mich mit einem gewissen “Bär” sehr gut unterhalten konnte. Er hob sich angenehm von den sonstigen oberflächlichen Gesprächen die sonst so in Chatprogrammen ablaufen ab. Er war seit kurzem verheiratet und wir redeten eine volle Stunde über die Welt und das Leben und verabredeten uns mal wieder zu chatten. Ich dachte mir, na ja, wer weiß ob der Dich noch mal an- spricht. Einige Tage später war ich abends wieder in diesem Chatprogramm und nach wenigen Minuten sprach mich Bär an. Er freute sich riesig mich endlich mal wieder zu treffen. Ich muße mir selber zugeben, daß auch ich mich freute. Wir unterhielten uns diesmal mehrere Stunden und ich erfuhr einiges über sein Leben und seine Einstellungen. Im Laufe der nächsten Wochen erfuhr ich immer mehr über Bär und stellte fest, daß wir beide ganz ähnliche Einstellungen und Vorlieben haben. Ich dachte mir: typisch ich, endlich mal ein Mann mit dem du eine Wellenlänge hast, dann ist er verheiratet. Ich erzählte lustig und vergnügt über meine Erlebnisse bei Treffen mit Chatbekanntschaften. Er war voller Humor dabei und wir unterhielten uns im Laufe der Tage und Wochen immer besser. Irgendwann fragte er mich, ob ich mich jemals per Internet verliebt hätte. Mir wurde ganz mulmig zumute und dachte: jetzt wird es gefährlich. Ich wollte absolut nichts weiter von Bär als eine nette Chatbekanntschaft, wohlwissend, daß es schon viel persönlicher geworden war. Ich war traurig, daß ich diesen absolut sympatischen Mann wohl nie näher kennenlernen würde, denn er war ja verheiratet und das respektiere ich immer. Etliche nächtliche Chatstunden hat er mich dann irgendwann völlig überrascht. Er schrieb, daß er mich lieb und sich schon total an mich gewöhnt hätte. Tja, das war genau das, was ich nicht wollte. Aber auch ich empfand schon viel mehr für Bär, als ich mir selber eingestehen wollte. Bär sprach von persönlichem Kennenlernen und redete nur noch über uns. Ich zweifelte seine Gefühle für mich nicht an und überlegte, ob ich mich darauf einlassen sollte. Ich hatte keine Wahl, mußte mich einfach mit ihm treffen und sehen, ob die Gefühle auch live so rüberkamen. Kurzerhand schlug ich ein Treffen mit ihm vor. Ich war total aufgeregt, als ich dann zum verabredeten Treffpunkt kam und sein Auto zum ersten Mal sah. Er stieg aus und mein erster Gedanke war, oh, der sieht ja auch noch gut aus. Wir gingen aufeindander zu und ich wollte ihm völlig neutral die Hand zum Gruß geben. Er gab mir spontan einen leichten Kuß auf die Wange. Sofort ging ein Kribbeln durch meinen ganzen Körper und ich schaute ihm direkt in die Augen. Meine Gefühle spielten Purzelbaum. Wir gingen neben einander in ein Bistro und setzen uns an einen kleinen Ecktisch. Zwischen uns flogen nur so die Funken und nach einer halben Stunde war uns beiden klar, daß wir die nächsten Stunden gemeinsam verbringen würden. Wie selbstverständlich gingen wir Hand in Hand zu dem kleinen Hotel das ich für mich gebucht hatte und gingen auf das Zimmer. Die Tür war noch nicht ganz zu, schon flogen wir uns in die Arme und verströmten nur noch Liebe und heißblütige Erotik. Die nächsten 6 Stunden waren ein einziger Liebesrausch und wir erlebten beide (wie wir uns nachher gegenseitig gestanden haben) unsere schönste Liebesnacht. Die Harmonie zwischen uns war unbeschreiblich und ich dachte: Ein Wunder ist geschehen, Du hast den absolut perfekten Mann für Dich gefunden. Nach diesen glücklichen Stunden gingen wir gemeinsam aus dem Hotel, denn er mußte nach Hause und ich hatte keine Lust alleine in dem Zimmer zu bleiben. Bär war abweisend zu mir und ich sah ihm an, wie es in seinem Kopf brodelte. Mein euphorisches Glücksgefühl bekam einen kräftigen Dämpfer und ich schluckte meine Enttäuschung runter. Der Gedanke an eine einmalige Sache kam schleichend in mir auf und ich wurde traurig, ließ es mir aber nicht anmerken. Wir trenn- ten uns, keiner sprach ein Wort zuviel. Ich war so durcheinander, daß ich mich auf der Rückfahrt hoffnungslos verfuhr. Ich hatte die schönsten Liebesstunden meines ganzen Lebens erlebt und würde diesen Mann wohl nie wieder sehen. Es brodelte in mir und ich beschloß dieses Abenteuer als schönes Einzelerlebnis im Gedächtnis zu behalten und nichts weiter zu erwarten. Er wollte wohl wie viele Männer nur mal mit einer fremden Frau Spaß haben. Der nächste Tag verging und am folgenden Abend erhielt ich von Bär eine Mail. Es war das absolute Schönste, was mir je ein Mann geschrieben hatte. Er entschuldigte sich für sein Verhalten danach und sprach von seinen Gedanken, bisher im Leben immer nur den falschen Frauen begegnet zu sein. Er hätte sich absolut in mich verliebt und grübele jetzt über die Konsequenzen dieser Erkenntnis nach. Ich schwebte auf Wolke 7 und glaubte auf einmal daran, daß auch ich im Leben mal Glück haben würde. Wir unterhielten uns ab diesem Zeitpunkt täglich per Telefon und chatteten stundenlang miteinander. Die Schmetterlinge im Bauch begannen zu flattern. Ich erlebte total glückliche Wochen und fühlte mich geliebt. Wir wollten uns so schnell wie möglich wiedersehen, diesmal sollte es bei mir sein. Er dachte sich einen Grund aus, ein Wochenende von zu Hause abwesend zu sein und wir planten die Zeit gut vor. Es kam der Tag und er kam in meine Wohnung. Wir begrüßten uns überglücklich. Nach einigen Minuten merkte ich, daß diesmal etwas anders war. Irgendetwas stand zwischen uns. Wir liebten uns, aber auch dabei bemerkte ich, daß er voller fremder Gedanken war. Ich sprach ihn darauf an, und er gab zu, voller Zweifel zu sein, ob er das Richtige mache. Ich fiel sofort von meiner Wolke 7 runter. Wir redeten stundenlang über unsere Gefühle, seine Frau, meine und seine Vorstellungen und ich merkte, daß er nicht ganz bei mir sein konnte. Ich war traurig und sah ein, daß ich Gefühle nicht erzwingen konnte. Die Nacht ver brachte ich grübelnd und traurig neben ihm, wir beide waren wohl das traurigste Liebespaar, was jemals voller gegenseitiger Liebe war. Alle Komplimente und Zärtlichkeiten konnten mich nicht umstimmen, ich wußte wie es um uns stand. Am nächsten Morgen trennten wir uns und ich war wieder alleine in meiner Wohnung. Das Wochenende sollte der Anfang meines Zukunftsglück werden. Es wurde der Anfang eines schmerzhaften Abschieds der auch nach einigen Monaten noch nicht ganz verheilt ist. |
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Fremde Stadt
Fremde Stadt, neuer Job, Susanne fühlte sich noch etwas verloren in ihrem neuen Lebensalltag. Tagsüber war sie in ihrem Job gefordert, brauchte ihre ganze Energie und Konzentration um den neuen, an sie gestellten Anforderungen gerecht zu werden. Auch Susanne entdeckte also diese neue Form der Kommunikation und lernte innerhalb kurzer Zeit die unterschiedlichsten Menschen kennen. Ohne Scheu begab sie sich in die diversen Chatrooms und ließ sich neugierig und gespannt auf die vielen neuen Kontakte ein. Im Nu gab es keine abendliche Langeweile mehr, sie verbrachte viele vergnügliche Abende und Nächte im Netz der unbegrenzten Möglichkeiten. Teilweise vergass sie sogar ganz die Umgebung um sich herum von der Uhr mal ganz zu schweigen. Ganz unkompliziert ergab sich auch mal der eine oder andere Flirt und da man vor dem Bildschirm ja nichts zu verlieren hatte und keiner Gefahr ausgesetzt war, bestand keinerlei Risiko, das einen zurückhielt sich darauf einzulassen - glaubte sie und rechnete nicht damit, dass es immer ein Risiko ist, wenn Gefühle im Spiel sind. Auch Susanne war dieser Gefahr ausgesetzt und erlebte bald erste Enttäuschungen. Das Chatfreunde plötzlich einfach ausblieben, weil sie keine Zeit mehr hatten oder sie stellte fest, dass es daneben noch 5 oder 10 weitere Chatbekannte gab, mit denen genauso intensiv geflirtet wurde, wenn sie einmal verhindert war. Ganz offen wurde darüber geredet und in den dazugehörigen Gästebüchern konnte jeder nachlesen, wem der Gästebuchinhaber alles zugetan war. Es wurde geknuddelt und geknutscht, was die Frage aufwarf, was bedeuten Worte, die so leicht dahin geschrieben werden eigentlich noch ? Darauf angesprochen erhielt man meist eine schroffe Antwort, schließlich war hier niemand niemandem verpflichtet. Es handelte sich nicht um Beziehungen im herkömmlichen Sinn, sondern um - ja um was? Mühsam musste Susanne den Umgang und ihr Verhältnis zu diesem neuen Medium lernen und dabei auch so manche menschliche Enttäuschung wegstecken. Dann traf sie auf Mike und alle Bedenken lösten sich in Luft auf. Sie verstanden sich auf Anhieb und hatten viel zu lachen im Chat. Die Finger rauchten und die Tastatur ächzte unter der Beanspruchung, die Zeit verflog im Nu, an manchen Tagen chatteten sie bis zu 5 Stunden. Es folgten SMS Nachrichten aufs Handy in Hülle und Fülle, die Susanne manchmal sogar in Bedrängnis brachten. Sie alle zu beantworten, beanspruchte mehr Zeit als sie zur Verfügung hatte, dennoch fühlte sie sich wunderbar. Schmetterlinge im Bauch war plötzlich alles so leicht und hell um sie herum, dabei hatte sie Mike noch nie im Leben gesehen, lediglich Fotos hatten sie ausgetauscht. Es war eine Mischung aus den verschiedensten Gefühlen, die von ihr Besitz ergriffen. Neugier auf den Reiz des Unbekannten, Freude über die Aufmerksamkeit, die ihr entgegen gebracht wurde, Sehnsucht, wenn sie einmal einen Tag keine Nachricht erhielt und die überaus spannende Frage, was geschehen würde, wenn sie sich gegenüber stehen würden. Nicht nur sie öffnete sich, auch Mike ging sehr ehrlich mit seinen Gefühlen und Gedanken um. Bis zu jenem Abend, als sie gereizt von der Arbeit kam und sich nach Trost sehnte. Sie fieberte der virtuellen Verabredung mit Mike entgegen, sie brauchte heute ein wenig Halt und vor allem Geborgenheit, so albern das auch klingen mochte im Bezug auf eine "Internetliebe", aber seine Worte konnten ihr Wärme geben. Und dann lief alles schief, was schief laufen konnte. Am Ende blieb stummes Schweigen, Ratlosigkeit und viele Tränen. Hatten sie sich beide einem Traum ergeben, in der jeder von ihnen seine Vorstellungen, Erwartungen und Wünsche auf den jeweils anderen projeziert hatte? Hatte ihre Begegnung ihr Austausch von Gedanken und Gefühlen je ein Bestand zur Realität gehabt oder war am Ende jeder doch nur für sich alleine gewesen und hatte sich "davon" geträumt?
Dennoch blieb die Frage, wie erkennt man ein solches Risiko rechtzeitig, ohne gleich mittendrin zu sitzen? Wie weit sollte man sich öffnen und andere - vor allem im Internet - an sich heran lassen. Wie funktioniert der Mittelweg, nicht unnahbar zu gelten und sich dennoch zu schützen? Fragen, die sich nicht nur Susanne und Mike stellen, sondern Hunderte von Usern, denen es ähnlich erging. Im Internet geht alles so viel schneller und wie es scheint unkomplizierter. Jeder sitzt allein vor seinem Bildschirm, der Partner ist nicht viel mehr als ein Fantasiegebilde, das vielleicht noch von einem schönen Foto verstärkt wird. Da sind Worte schnell geschrieben, aber sind wir uns immer bewußt,was wir mit diesen Worten beim anderen eventuell auslösen?
Tun wir alle, die wir von dieser neuen Kommunikationswelt so begeistert sind, uns einen Gefallen damit, wenn wir all diese Begegnungen nur als unverbindlich betrachten, als einen Ort, der uns zu nichts verpflichtet und von dem wir uns jederzeit wieder zurückziehen können?
Da gibt es die Gutgläubigen und die Leichtfertigen, wenn beide aufeinander treffen, kann das übel enden. Auch wenn es im Chatroom so viel leichter fällt, als im realen Leben und das wohl auch genau der Vorteil dieser Kommunikation ist, so sollten wir vielleicht doch sorgfältiger mit unseren Worten und mit den Partnern die wir dort treffen umgehen. Machen wir uns immer klar, wie leicht wir ein Herz verletzen können? Sind wir dafür dann nicht verantwortlich? Und sollte man sich dann einfach aus dem Staub machen, weil es der bequemste Weg ist? Sie nahm sich vor, noch ein paar Tage zu warten, bis sie selbst wieder etwas zur Ruhe gekommen war, um ihm dann all ihre Gedanken aufzuschreiben, die Gefahren und Risiken des Internet inbegriffen.
Vielen geht es wie Susanne und Mike und sie bleiben mit einem traurigen Herzen und einer verletzten Seele zurück. Wie weit man aus sich heraus gehen darf, hängt davon ab, wie sorgfältig der andere damit umzugehen weiß und diese Forderung können wir uns alle gegenseitig stellen. Achtung, Respekt, Verständnis, Toleranz und Verantwortung füreinander, diese Spielregeln sollten auch im Internet gelten, wenn es funktionieren soll.
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Liebe via Internet
Susanne konnte es nicht glauben, sie chattete seit wenigen Wochen mit einem Mann, der ihr so vertraut war. Liebe im Internet, nein, an so etwas konnte sie nicht glauben. Aber was ist das, irgendwie zog es sie doch immer wieder zum Computer hin und sie war glücklich, wenn es hieß, sie haben Post. Diese Mails hatten etwas besonderes, sie gaben ihr Kraft und sie blühte förmlich auf. Susanne hatte es wirklich nicht leicht gehabt in den letzten Jahren. |
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Tastend suchend im Netz... tolles Profil entdeckt... per Tele vorsichtig angesprochen... |
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Mit 55 Jahren ...
Wenn mir jemand vor 5 Jahren gesagt hätte, dass ich mich in meinem Alter (55) noch einmal verlieben würde, ich hätte ihn ausgelacht. Aber wie das Leben so spielt: Es ist passiert. In meinem Alter...verheiratet...Mutter...und, und, und. Das passierte allen anderen, aber doch nicht mir! Als ich aber dann merkte, dass auch ER so dachte und fühlte, gestand ich mir meine Gefühle auch ein: Ich war verliebt! Wie ein Teenager. Mit allem Drum und Dran: Herzchen malen, träumen, singen, lachen, heulen. Leider hauptsächlich nur online, da es uns wegen unserer familiären Verpflichtungen nur ganz selten möglich ist, uns zu treffen. Ich möchte die Beziehung aber um nichts in der Welt missen, denn es ist wunderschön, jemanden zu haben, von und mit dem man träumen kann.
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